Tages- oder Mehrtageswanderung mit vielen Plätzen zum Verweilen
| Fridliweg Nord | ||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Die kleinen Schönheiten der Unterländer Dörfer:Reichenburg — Bilten— Niederurnen—Oberurnen— Näfels— Netstal—Glarus Leichte Talwanderung, verbunden mit Besichtigung der Glarner Dörfer.
Von der Station Reichenburg 80 m auf der Bahnhofstrasse in Richtung Dorf, dann nach links, immer in südöstlicher Richtung auf Landhof-, Mooswies- und lndustriestrasse bis zum Wiesenweg mit den 4 markanten Pappeln bei der Kantonsgrenze. Nach denselben auf Güterweg rechts hinauf zur Kantonsstrasse und auf derselben 100 m zurück. Hier beginnt unser vorerst leicht aufsteigender «Fridliweg» (historischer Verkehrsweg) auf der Alten Landstrasse, die damals die versumpfte Linthebene mied. In der Weghecke steht ein Grenzstein von 1830 mit je einem verwitterten Glarner- und Schwyzerwappen. Nach der Gärbi verläuft die alte Landstrasse am untern Rand des Aeschenwaldes. Wo sie sich nach links gegen die Hauptstrasse wendet, folgen wir dem Fussweg geradeaus ins Dorf Bilten und benützen nach der Einmündung in die Hauptstrasse das Trottoir. Wir durchwandern Bilten auf der Hauptstrasse. Beim Weiler Rüti halten wir rechts gegen den Bergfuss zu, wobei wir wiederum der alten Landstrasse folgen. An der Kehrichtverbrennungsanstalt vorbei zum Schiessstand von Niederurnen. Nach dem Schiessstand rund 40 m auf der Landstrasse, dann bei der Garage wieder an den Berghang, hinter dem Niederurner Bad vorbei durch die Badgasse. Wer Zeit hat, steigt dort in 5 Min. zum Schlössli hinauf und durch den Burgwegler Rebberg wieder hinunter zum alten Schulhaus und zur Hauptstrasse. Wenn wir auf den lohnenden Aussichtspunkt des Schlösslis verzichten, müssen wir am Ende der Badgasse die Hauptstrasse durch das ganze Dorf Niederurnen (S. 115) bis zum Friedhof benützen. Nach dem Friedhof, bei der Gärbi, folgen wir dem rechts abzweigenden Strässchen. Am Fusse der Felswand stossen wir, gesteinskundlich gesehen, auf den Alpenrand. Während die ganze Hirzlikette vorwiegend aus Nagelfluh besteht, finden wir hier erstmals Kalk. Die Wand ist im Frühling stellenweise mit Felsenaurikeln geschmückt. Im Juni fällt auf den Felsbändern das matte Rot der Behaarten Alpenrose auf. Der Hornkopf dürfte der tiefstgelegene Alpenrosenstandort des Kantons sein. Wo das Strässchen östlich des Hornkopfes nach aufwärts biegt, folgen wir dem horizontal verlaufenden Fussweg. Vor der Wirtschaft «Zur Alpenrose» kommen wir wieder auf die Hauptstrasse, falls man es nicht vor zieht, über den Hornkopf und die Ruine Vorburg nach Oberurnen zu gelangen. Der eigentliche Wanderweg führt jedoch auf der Landstrasse um den Horn- kopf. Bei der Wirtschaft «Zum Engel» verlassen wir sie wieder und folgen einem Fussweg, der nach rechts in die Wiese hinaus zum obern Dorfkern von Oberurnen führt. Vom südlichen Dorfausgang wendet sich das Strässchen zum Bergfuss hin, wiederum auf dem Trassee der alten Landstrasse. Wenn vom Schiessstand aus geschossen wird, ist der Weg über das Rautifeld einzuschlagen. Der klare Bach zur Rechten stammt von einer grossen Quelle, die aus dem Gehängeschutt am Niderberg austritt. Bevor der Weg beim Schwemmkegel des Rauti leicht ansteigt, überqueren wir den Tankgraben, der im Zweiten Weltkrieg erstellt wurde und als Sperre das Glarner Réduit schützen sollte. Etwas südlicher davon, kurz bevor der Weg den Wald verlässt, befindet sich linker Hand am parallel laufenden Strässchen ein Rest der Letzi. Sie dürfte nach neuesten Untersuchungen in der Mitte des 14.Jh. erbaut worden sein. Sie sperrte das Tal an der schmalsten Stelle. Im Talgrund war sie etwa 1 km lang, führte aber bei Beglingen ob Mollis noch an die 500 m den Hang hinauf und sperrte hiermit den Zugang vom Kerenzerberg her. Am Nordrand des Dorfes Näfels überquert eine Brücke den schäumenden Rautibach. Der Wanderweg traversiert die Oberseetalstrasse und führt südwärts zum Fahrtsplatz, wo an der traditionellen Näfelser Fahrt, die zum Gedenken an die Schlacht von Näfels alljährlich am ersten Donnerstag im April gefeiert wird, der Fahrtsprediger von der Kanzel zum versammelten Volke spricht. An der Nordostecke des Platzes, beim «Rössli», biegen wir nach links ab und wandern die Rösslistrasse hinunter bis zur Hauptstrasse, auf der wir dann Näfels Richtung Netstal verlassen. Beim nördlichen Dorfausgang, vor dem Gasthaus Freihof, folgen wir der Wanderwegmarkierung nach links durch die Strassen des Neubauquartieres, überqueren die Bahnlinie und erreichen die Linth (Linthsteg). Jetzt führt uns ein schöner Uferweg an der westlichen Seite der Linth aufwärts, über den alten Landsgemeindeplatz (hier wurde im 17.Jh. die katholische Lands- gemeinde abgehalten), durch den Tschachenwald bis zur Papierfabrik und zum nördlichen Dorfeingang von Netstal . Wer auf die Besichtigung von Netstal verzichtet, schwenkt bei der Querstrasse, die von der Hauptstrasse Richtung Mollis abzweigt, nach links und hält dann vor dem Bahngeleise wieder nach rechts. Am Bahnhof vorbei kommen wir zu einer Zahnradfabrik. Wir umgehen sie westlich und gelangen zum Löntsch, dem wir aufwärts bis zur Löntschbrücke folgen. Nach dem Überqueren der Brücke halten wir links. Die benützte Strasse tangiert die Bahnlinie und führt dann parallel zu ihr dem Südausgang beim Schwimm bad Netstal entgegen. Von dort wandern wir weiter über den Schwemmkegel des Löntsch, der die Linth ganz an den rechten Talhang drückt. Zur Linken liegt die Kalkfabrik, in der die ausgezeichneten Korallenkalke des Elggis in vier modernen Ofen gebrannt werden. Über Buchholz, am Grundwasserpumpwerk der Stadt Glarus vorbei, gelangen wir zum Hauptort Glarus . Bis Näfels stimmen die Talroute Nr.1 und der erst später geschaffene Fridliweg überein. Beim Rautibach hingegen trennen sich die beiden bis Glarus. Von der Südseite der Brücke an führt der Fridliweg dem Bach entlang abwärts bis zur nächsten Brücke, dann rechts zur Oberseestrasse. Unmittelbar im Osten erblicken wir eines der Wahrzeichen von Näfels, die berühmte Barock-Pfarrkirche, die wir ansteuern (Überquerung der Hauptstrasse). Vor dem Gotteshaus wendet man sich südwärts und kurz nachher an der Friedhofecke ostwärts. Auf der Nordseite erblickt man dann das Denkmal zur Erinnerung an die Schlacht von Näfels (1388), deren glücklicher Ausgang dem Lande Glarus die Freiheit brachte. Eine Brücke quert den Mühlibach; dem anschliessenden Denkmalweg folgend, gelangen wir zum Quartier Mühlhäusern. Von hier aus sind wir gezwungen, auf der Hauptstrasse (Trottoir) Richtung Mollis zu wandern bis über die Linthbrücke. Beim östlichen Brückenende wenden wir uns südwärts auf dem Damm des Escherkanals, der seit 1811 die Linth in den Walensee leitet, während sie vorher von Näfels direkt nach Ziegelbrücke floss. Bei der nächsten Brücke verlassen wir den Damm und gelangen nördlich an der stillgelegten Textilfabrik vorbei zum Strässchen, das wieder südwärts in die Molliser Allmend führt. Wir wandern diesem Strässchen entlang und erreichen das stillgelegte Wuhr, das einst das Linthwasser in einem Kanal zur Textilfabrik leitete. Von da führt der Fridliweg wieder der Linth entlang bis zum Stauwehr der Papierfabrik Netstal. Kurz nachher mündet er in die Hauptstrasse, der wir bis zur Linthbrücke folgen. Auf der geographisch rechten Seite (Osten) gelangen wir auf asphaltierter Strasse zur Kalkfabrik und auf einem Naturfahrweg weiter zur Mühle und zur Brücke über die Linth (Alpenbrückli) und bis Glarus. |
|||||||||||||||||||||||||||||||||
| Fridliweg Mitte | ||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Glarus und das Mittelland — 10geologisches Kleinod: Glarus—Ennenda—Mitlödi—Schwanden Mühelose Talwanderung der Linth entlang. Parkplätze auf dem Bahnhof- platz (Teilstück der Schwarzwald-Veltlin-Route).
Vom Bahnhof Glarus aus überquert man die Strasse und betritt den Stadtpark von Glarus (Volksgarten). Am Wehrmännerdenkmal, am Erinnerungsstein für den Bundespräsidenten Dr.J. Heer (1825—1879) und den Bundesgerichtspräsidenten Dr. J. J. Blumer (1819—1875), am Springbrunnen und am Kunsthaus vorbei durchwandert man den Park in seiner ganzen Länge. Auf der westlichen Talseite erhebt sich der hohe, trutzige Vorderglärnisch, auf der östlichen der Schilt. Am Ausgang des Parks gelangen wir zur Linthbrücke, die wir überqueren, und schon sind wir in Ennenda . Wer das Dorf nicht besichtigen will, schwenkt gleich nach der Linthbrücke nach rechts ab. Zwischen den Gebäuden der Firma Knobel hindurch gelangen wir auf den Wanderweg. Wir kommen zur Strasse Ennenda—Mitlödi, gehen auf ihr 10 m nach links und betreten von neuem den Wanderweg. Rechts erblicken wir die Teppichfabrik Ennenda. Der flache Talboden hört auf. Bis Schwanden lösen Hügel und Mulden einander ab. In vorgeschichtlicher Zeit stürzte von Guppen (Glärnisch) eine mächtige Bergmasse ins Tal hinunter und bildete diese Landschaft Hinter Schwanden entstand ein See, und die Linth musste sich ein neues Bett schaffen. Der Wanderweg mündet in ein Strässchen, welches sich der Linth entlangzieht. Nach den Gebäuden bei der Sägerei führt eine Brücke über die Linth. Von dort gelangt man auf einem Wiesenweg zur Kantonsstrasse hinauf. Wir bleiben aber auf der rechten Seite der Linth, vorwiegend nahe der selben, in einer abwechslungsreichen Flusslandschaft Es öffnet sich der Blick aufs Kärpfgebiet und ins Hinterland, und auch der Tödi wird sicht bar. Im Hüsligut mündet von links der Wanderweg aus dem Uschenriet in unser Strässchen ein. Beim Eingang zum Dorf Mitlödi zweigt links die Strasse nach Sool ab; 200 m weiter vorn führt die Strasse über die Linthbrücke ins Dorf Mitlödi ). Wir zweigen vor der Brücke nach links ab. Nach 30 m führt links ein Fussweg zur Ruine der Burg Sola. Durch eine Rosskastanienallee kommen wir zu einer Kunststoffabrik. Wir gehen unter der Eisenbahnbrücke hindurch. Rechts, auf der andern Seite der Linth, erhebt sich der steile Hügel, der vor alten Zeiten die Burg Bänzigen trug. Wir folgen dem Weg, welcher der Linth entlang- führt, und gelangen nach Schwanden. Zurück nach Glarus mit der Bahn . |
|||||||||||||||||||||||||||||||||
| Fridliweg Süd | ||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Durch die Dörfer des GrosstalsSchwanden— Linthal Der Wanderweg ermöglicht gute Einblicke in die Eigenart der Dörfer des Glarner Grosstales (Fridliweg).
Von der Station Schwanden (S.115) aus immer in südlicher Richtung und zwischen Bahnlinie und Linth zuerst auf der Strasse, dann auf breitem Fuss- weg bis zum Südausgang des Dorfes, zu den Industrieanlagen im Widen. Hier befand sich einst eine der grossen Textil-Druckereien des Glarnerlandes. Heute hat dort ein Steinbildhauer einen lehrreichen Natursteinpfad und eine geologisch-petrographische Ausstellung eingerichtet. Weiter geht‘s dem Widenbächlein entlang, am Schwimmbad und am Sportplatz der Gemeinde Schwanden vorbei. Wir gelangen zur Station Nidfurn-Haslen . Vom Bahnhof Nidfurn geht es weiter der Linth entlang (schöner Blick auf das Dorf Haslen, die östliche Talflanke und in den Talhintergrund). Vor den Fabrikgebäuden einer ehemaligen Textildruckerei, die unter dem Druck der damals herrschenden weltweiten Wirtschaftskrise im Jahre 1933 den Betrieb stilllegen musste, erreichen wir das kleinste Dorf des Glarnerlandes, Leuggelbach . Nach 130 m auf der Kantonsstrasse (Trottoir) und 60 m auf der Verbindungsstrasse Leuggelbach—Haslen wandern wir über die Luchsinger Allmeind weiter. Der Blick ist hier nach allen Seiten besonders frei. Vor den ersten Häusern von Luchsingen (S.112) geht es hinauf zur Talstrasse und ins Dorf. Die Talstrasse muss im Dorf Luchsingen nur auf einer Strecke von etwa 200 m begangen werden. Unmittelbar nach der Strassenbrücke über den Bächibach führt der Wanderweg nach rechts aufwärts und dann wieder abwärts durch den Weiler Adlenbach (S. 112). Ein Steg führt nun über die Linth zum südlichen Fabriktrakt der Wolltuchfabrik in Hätzingen. (Der Fridliweg verläuft von hier scharf rechts, der Linth nach.) Unser Weg führt zwischen den Fabrikgebäuden hindurch aufwärts ins Dorf über die Hauptstrasse und weiter empor bis zu den obersten Häusern des Dorfes. Hier geht es wieder scharf nach rechts, oberhalb des stattlichen Schulhauses durch schönes Wiesengelände taleinwärts, wo der Ausblick besonders gegen die Steil- wände der Glärnischkette und den Tödi sehr schön ist. Die Rufirunse, ein zu Zeiten böser Wildbach, wird überschritten. Ungefähr Inder Mitte der ersten Häusergruppe des Dorfes Diesbach (S.107) müssen wir hinunter zur Hauptstrasse. Wir müssen etwa 400 m die Hauptstrasse benützen. Bei einem Wegweiser, der zum Weg ins Diestal und zur Leglerhütte weist, geht es wie der links aufwärts, bald an einem grossen Stall vorbei und unter einem Scheibenstand hindurch schräg nach rechts an den Fuss des Berghangs, den wir am Uferbord des Diesbaches erreichen. Auf einem Steg über den Bach zu der ehemaligen Mühle, die vor dem Verfall gerettet und zu einer Jugendherberge umgebaut wurde. Nun auf der linken Seite des Baches abwärts, die Talstrasse überqueren und auf einem Nebensträsslein hinunter, um 150 m vor dem Bahnhof Diesbach Betschwanden unter dem Geleise hindurch wieder den Fridliweg an der Linth zu erreichen. Letztere wird überquert. Betschwanden (130 Einwohner) ist eines der ältesten Kirchdörfer unseres Landes. Die ehrwürdige Kirche mit dem alten Käsbissenturm ist wahrscheinlich schon in der ersten Hälfte des 14. Jh. entstanden. Im Marglen stehen alte Häuser, wovon das eine einstmals zu einer Mühle gehörte. Der Wanderweg führt jetzt der Linth entlang. Bald erreichen wir die alte steinerne Bogenbrücke bei Rüti(S. 115). Es war dies in ältern Zeiten die einzige Linthbrücke im hintern Teil des Tales. Wir bleiben auf der linken Seite des Flusses und wandern auf der Güterstrasse zu einer Anhöhe, wo bei einer Ahorngruppe wieder ein besonders schöner Aussichts- und Ruhepunkt erreicht ist. Unser Pfad führt wieder abwärts zur Linth und weiter abseits vom Verkehr der Talstrasse hinein ins hinterste Dorf des Tales, Linthal . |
|||||||||||||||||||||||||||||||||