Route C: Spitzmeilenhütte SAC – Weisstannen (Wanderzeit ca.  Std.)

Ort

Zeit-bedarf

Attraktion / Ziel

Varianten

(Zu- oder Weggang zur Hauptroute)

Bemerkungen

Spitzmeilenhütte (6)

30 Min.

Schilsquelle

  - Karstentstehung

  - Schilsquelle

 

 

Schilsquelle

20 Min.

Schönbühlfurggel

  - Schönbühlquarzite

Chrauchtal  - Matt å ä H 

 

Schönbüelfurggel

25 Min.

Fanserfurggel

Obersiez  – Vorsiez å ä H (7a)  - Weisstannen å ä H  

resp. Vorsiez å ä H (7a)  - Walabütz  - Foo å ä H (10)

 

Fanserfurggel

45 Min.

Lauifurggel

  - Fossilien

  - Sedimentstrukturen

Vorsiez å ä H  - Weisstannen å ä H  (7)

 

Lauifurggel

15 Min.

Guli

Cholschlag å ä  – Chapfensee å ä  - Mels å ä H 

Tamons  – Vermol å ä H   - Mels å ä H 

 

Guli

45 Min.

Galans

  - Hauptüberschiebung Pizol

 

 

Galans

1½ Std.

Weisstannen å ä H  (7)

 

Postauto nach Sargans,

Eisenbergwerk Gonzen,

Geoweg Mels, Museum

Sarganserland

Die Spitzmeilenhütte steht auf den obersten rotvioletten Tonschiefern des Verrucano, welche im Schilstal eine Mächtigkeit von mehreren hundert Metern erreichen: der Schilsbach und der Schilsgletscher haben sich von der Spitzmeilenhütte bis zur Alp Wiesen ausschliesslich in den violetten bis blutroten Schiefern abgetieft. Schon wenige Meter nach dem Abmarsch Richtung Fanserfurggel wird der grünlich-weisse, eine kleine Stufe bildende Melsersandstein überstiegen. Danach stehen am Wanderweg bis zum Schönegggrat Rauhwacken an.

Im Bereich „Unter Band“ wurde der Melsersandstein, welche die rund 20 Meter hohe, nach Osten abfallende Steilstufe bildet, durch die Eiszeitgletscher abgehobelt, was zu den rundlichen Geländeformen führte. In den Mulden, wo sich das Wasser sammelte, entwickelten sich die Feuchtbiotope. Die gelblichen Wände im Westen, gegen das Ober Band, bestehen aus Röti-Dolomit.

Schon vom „Unter Band“ ist die Schilsquelle erkennbar. Das Wasser strömt unterirdisch entlang wasserundurchlässigen Schichten zu den Stellen, wo diese Mulden bilden. So können sich unterirdisch grössere Wassermassen ansammeln, welche dort, wo die Mulden die Oberfläche erreichen, als Bäche aus dem Boden quellen. An der Schilsquelle liegen die löchrigen und sehr gut wasserdurchlässigen Rauhwacken direkt auf den wasserundurchlässigen Verrucanoschiefern.

Eigentlich müsste zwischen den Verrucanoschiefern und den Rauhwacken der Melsersandstein liegen. Der Grund für das Fehlen des Melsersandsteins (dieser sogenannten Schichtlücke) kann darin bestehen, dass er nie abgelagert, vor der Ablagerung der darüber liegenden Gesteine bereits wieder abgetragen oder während der Alpenfaltung ausgequetscht wurde.

 

 

In der Verbindungslinie Schilsquelle - Schönbühlfurggel befindet sich „Uf den Chären“ eine kleinflächige, jedoch einmalig hübsche „Mondlandschaft“. Das relativ saure Regenwasser reagiert mit den kalkhaltigen Rauhwackengesteinen, was zu deren Auflösung und Auswaschung führt. Dabei entstanden die bizarren Formen der Karren und die kraterförmigen Vertiefungen, die Dolinen. Dolinen sind das Resultat von eingestürzten unterirdischen Hohlräumen.

Über die Schönbüelfurggel und das Chrauchtal kann das Dorf Matt erreicht werden. Bis zur Stutzhütte ist ein Kleinbustaxi organisierbar.

Der GeoPark-Höhenweg führt allerdings weiter zur Fanserfurggla, wo der Blick auf die farbenfrohe, komplette Verrucano-Trias-Unterlias-Abfolge zwischen dem Rotrüfner und dem Schnüerligrat fällt: Über den gegen 900 Meter mächtigen Verrucanogesteinen, welche am Rotrüfner violett-rot, schieferig und tonig ausgebildet sind, folgen gegen den Schnüerligrat der weisslich-graue Melsersandstein, die unter den Grashalden nur schlecht aufgeschlossenen Rauhwacken und die hellen, gelblichen Dolomitblöcke, welche oft verkippt erscheinen. Schliesslich folgen die Quarten-Serie, eine wechselnde Abfolge von rotvioletten Quartenschiefern und weisslich-grauen Quartenquarzit-Bänken, sowie die bräunlich-grauen Liasgesteine.

Die Liasgesteine bauen auch die Gipfelpartien von Spitzmeilen-Rinderhoren-Wissgandstöckli auf. Sie zeugen von einer Meeresküste, welche vor rund 200 Millionen Jahren den Ablagerungsraum darstellte. Davon zeugen Wellenrippel, Kriechspuren oder versteinerte Korallenstöcke. Gute Beobachterinnen und Beobachter können in diesen Gesteinsschichten auch versteinerte Muscheln, Ammoniten- oder Belemnitenteile finden.

Die Wanderung führt in den Liasgesteinen durch die Siezfurggla und die Lauifurggla südlich am Guli vorbei zum Punkt 2291 Richtung Madseelein. Danach wird über Vorder Mad – Ober Galans – Unter Galans – Ringgaberg das Dorf Weisstannen erreicht.

Zwischen Vorder Mad und der Rossplangg ist erneut das weisslich-grüne Melsersandstein Felsband erkennbar. Nach Südosten fällt der Blick auf das Pizolgebiet, wo die Glarner Hauptüberschiebung deutlich erkennbar ist: Die dunklen Zacken bestehen aus über 250 Millionen Jahre alten Verrucanogesteinen, während die darunter liegenden, helleren, bräunlich-grauen, deutlich weichere Geländeformen bildenden Flyschgesteine rund 200 Millionen Jahre jünger sind. Dazwischen ist an einigen Stellen die deutliche Linie der Glarner Hauptüberschiebung erkennbar, welche mit 10 bis 20° Richtung Seeztal (links) eintaucht.

Vom Vorder Mad über Ober Galans nach Unter Galans wird die gesamte Verrucano-Gesteinsabfolge durchwandert, welche zuoberst aus blutroten und violettroten Schiefern besteht. Nach unten werden die Schiefer violett-grau und lauchgrünlich. Auf ca. 1600 m ü. M. wird die schlecht aufgeschlossene Glarner Hauptüberschiebung durchwandert. Der Verrucano, welcher hier mit 10-20° nach Nordosten Richtung Seeztal einfällt, hat im Bereich Galans somit nur noch eine Gesamtmächtigkeit von ca. 550 Metern. Wenig über der Hauptüberschiebung wurden im 19. Jahrhundert auch auf Galans Steinplatten aus den Verrucanoschiefern gehauen, welche in den alten Weisstanner Häusern auf die Kachelöfen gesetzt wurden.

Von Unter Galans ist die Glarner Hauptüberschiebung auch im Südwesten, am Foostock, sehr gut erkennbar. Dort ist zwischen den Verrucano- und den darunter liegenden Flysch-Einheiten eine mächtige Linse von hellgrauem Lochseitenkalk eingeschaltet, welcher während der Überschiebung mitgeschleppt wurde.

Im Gebiet Ringgaberg fallen massige Kalkbänke auf, welche auch den Ringgastein bilden. Dabei handelt es sich um sogenannten Nummulitenkalk, welcher im Riffbereich in einem Meer entstand und viele Nummulitenschalen (Fossilienreste) enthält.

Von Weisstannen führt eine Postautoverbindung zum Bahnhof Sargans. Ein Besuch des Eisenbergwerk Gonzen (Voranmeldung in jedem Fall notwendig), des Geoweges Mels oder des Museums Sarganserland im Schloss Sargans sei empfohlen.