Route
C:
Spitzmeilenhütte SAC – Weisstannen (Wanderzeit ca. 4½
Std.)
Die Spitzmeilenhütte steht auf den obersten
rotvioletten Tonschiefern des Verrucano, welche im Schilstal eine Mächtigkeit
von mehreren hundert Metern erreichen: der Schilsbach und der
Schilsgletscher haben sich von der Spitzmeilenhütte bis zur Alp Wiesen
ausschliesslich in den violetten bis blutroten Schiefern abgetieft. Schon
wenige Meter nach dem Abmarsch Richtung Fanserfurggel wird der
grünlich-weisse,
eine kleine Stufe bildende Melsersandstein überstiegen. Danach stehen am
Wanderweg bis zum Schönegggrat Rauhwacken an. Im Bereich „Unter Band“ wurde der
Melsersandstein, welche die rund 20 Meter hohe, nach Osten abfallende
Steilstufe bildet, durch die Eiszeitgletscher abgehobelt, was zu den
rundlichen Geländeformen führte. In den Mulden, wo sich das Wasser
sammelte, entwickelten sich die Feuchtbiotope. Die gelblichen Wände im
Westen, gegen das Ober Band, bestehen aus Röti-Dolomit. Schon vom „Unter Band“ ist die Schilsquelle
erkennbar. Das Wasser strömt unterirdisch entlang wasserundurchlässigen
Schichten zu den Stellen, wo diese Mulden bilden. So können sich
unterirdisch grössere Wassermassen ansammeln, welche dort, wo die Mulden
die Oberfläche erreichen, als Bäche aus dem Boden quellen. An der
Schilsquelle liegen die löchrigen und sehr gut wasserdurchlässigen
Rauhwacken direkt auf den wasserundurchlässigen Verrucanoschiefern. Eigentlich müsste zwischen den Verrucanoschiefern und
den Rauhwacken der Melsersandstein liegen. Der Grund für das Fehlen des
Melsersandsteins (dieser sogenannten Schichtlücke) kann darin
bestehen, dass er nie abgelagert, vor der Ablagerung der darüber
liegenden Gesteine bereits wieder abgetragen oder während der
Alpenfaltung ausgequetscht wurde. In der Verbindungslinie Schilsquelle - Schönbühlfurggel
befindet sich „Uf den Chären“ eine kleinflächige, jedoch
einmalig hübsche „Mondlandschaft“. Das relativ saure
Regenwasser reagiert mit den kalkhaltigen Rauhwackengesteinen, was zu
deren Auflösung und Auswaschung führt. Dabei entstanden die bizarren
Formen der Karren und die kraterförmigen Vertiefungen, die Dolinen.
Dolinen sind das Resultat von eingestürzten unterirdischen Hohlräumen. Über die Schönbüelfurggel und das Chrauchtal
kann das Dorf Matt erreicht werden. Bis zur Stutzhütte ist ein
Kleinbustaxi organisierbar. Der GeoPark-Höhenweg führt allerdings weiter zur Fanserfurggla,
wo der Blick auf die farbenfrohe, komplette Verrucano-Trias-Unterlias-Abfolge
zwischen dem Rotrüfner und dem Schnüerligrat fällt: Über
den gegen 900 Meter mächtigen Verrucanogesteinen, welche am Rotrüfner
violett-rot, schieferig und tonig ausgebildet sind, folgen gegen den Schnüerligrat
der weisslich-graue Melsersandstein, die unter den Grashalden nur schlecht
aufgeschlossenen Rauhwacken und die hellen, gelblichen Dolomitblöcke,
welche oft verkippt erscheinen. Schliesslich folgen die Quarten-Serie,
eine wechselnde Abfolge von rotvioletten Quartenschiefern und
weisslich-grauen Quartenquarzit-Bänken, sowie die bräunlich-grauen
Liasgesteine. Die Liasgesteine bauen auch die Gipfelpartien
von Spitzmeilen-Rinderhoren-Wissgandstöckli auf. Sie zeugen von einer Meeresküste,
welche vor rund 200 Millionen Jahren den Ablagerungsraum darstellte. Davon
zeugen Wellenrippel, Kriechspuren oder versteinerte Korallenstöcke.
Gute Beobachterinnen und Beobachter können in diesen Gesteinsschichten
auch versteinerte Muscheln, Ammoniten- oder Belemnitenteile finden. Die Wanderung führt in den Liasgesteinen durch die Siezfurggla
und die Lauifurggla südlich am Guli vorbei zum Punkt 2291
Richtung Madseelein. Danach wird über Vorder Mad – Ober Galans –
Unter Galans – Ringgaberg das Dorf Weisstannen erreicht. Zwischen Vorder Mad und der Rossplangg
ist erneut das weisslich-grüne Melsersandstein Felsband erkennbar. Nach Südosten
fällt der Blick auf das Pizolgebiet, wo die Glarner Hauptüberschiebung
deutlich erkennbar ist: Die dunklen Zacken bestehen aus über 250
Millionen Jahre alten Verrucanogesteinen, während die darunter liegenden,
helleren, bräunlich-grauen, deutlich weichere Geländeformen bildenden
Flyschgesteine rund 200 Millionen Jahre jünger sind. Dazwischen ist an
einigen Stellen die deutliche Linie der Glarner Hauptüberschiebung
erkennbar, welche mit 10 bis 20° Richtung Seeztal (links) eintaucht. Vom Vorder Mad über Ober Galans nach Unter
Galans wird die gesamte Verrucano-Gesteinsabfolge durchwandert,
welche zuoberst aus blutroten und violettroten Schiefern besteht. Nach
unten werden die Schiefer violett-grau und lauchgrünlich. Auf ca. 1600 m
ü. M. wird die schlecht aufgeschlossene Glarner Hauptüberschiebung
durchwandert. Der Verrucano, welcher hier mit 10-20° nach Nordosten
Richtung Seeztal einfällt, hat im Bereich Galans somit nur noch eine
Gesamtmächtigkeit von ca. 550 Metern. Wenig über der Hauptüberschiebung
wurden im 19. Jahrhundert auch auf Galans Steinplatten aus
den Verrucanoschiefern gehauen, welche in den alten Weisstanner Häusern
auf die Kachelöfen gesetzt wurden. Von Unter Galans ist die Glarner Hauptüberschiebung
auch im Südwesten, am Foostock, sehr gut erkennbar. Dort ist
zwischen den Verrucano- und den darunter liegenden Flysch-Einheiten eine mächtige
Linse von hellgrauem Lochseitenkalk eingeschaltet, welcher während
der Überschiebung mitgeschleppt wurde. Im Gebiet Ringgaberg fallen massige Kalkbänke
auf, welche auch den Ringgastein bilden. Dabei handelt es sich um
sogenannten Nummulitenkalk, welcher im Riffbereich in einem Meer
entstand und viele Nummulitenschalen (Fossilienreste) enthält. Von Weisstannen führt eine Postautoverbindung zum Bahnhof Sargans. Ein Besuch des Eisenbergwerk Gonzen (Voranmeldung in jedem Fall notwendig), des Geoweges Mels oder des Museums Sarganserland im Schloss Sargans sei empfohlen. |