Route D: Weisstannen – Sardonahütte SAC (Wanderzeit ca. 7 Std.)

Ort

Zeit-bedarf

Attraktion / Ziel

Varianten

(Zu- oder Weggang zur Hauptroute)

Bemerkungen


Weisstannen (7)

1½ Std.

Batöni

  - Wasserfälle

 

 

Batöni

45 Min.

Valtüsch å ä H (8)

 

 

Valtüsch

1½ Std.

Heidelpass

  - Flyschentstehung

St. Martin å ä H  – Vättis å ä H 

Drachenloch-museum Vättis

Heidelpass

3¼ Std.

Sardonahütte å ä H (9)

  - Ringelspitz - Sardona

  - Schwemmebenen

Bargis å ä H   - Flimså ä H  (13)

Cassons Grat å ä H   - Flimså ä H  (13)

Taminaschlucht Altes Bad Pfäfers, 5 Seen-Wanderung am Pizol

 

Von Weisstannen führt der Weg im Flysch über die Unterlavtina nach Batöni. Die tonig-mergelig ausgebildeten Flyschserien bieten Verwitterung und Abtrag nur wenig Widerstand. Dies bedeutet, dass auch der Unterhalt des Weges viel Aufwand erfordert. Kurz vor dem Punkt 1427 befindet sich eine Wasserfassung für den Stausee Gigerwald. Der Lavtinabach wird, zusammen mit dem Wasser von drei weiteren Seitenbächen der Seez, in das rund 5 Kilometer weiter südöstlich gelegene Staubecken Gigerwald geleitet. Danach gelangt dieses über den Rhein in den Bodensee und vereinigt sich erst bei der Limmateinmündung in den Rhein und mit dem übrigen Wasser aus dem Weisstannental, welches bei Walenstadt in den Walensee fliesst.

Mit dem Eintritt ins Lavtinatal wird auch das 1901 begründete eidgenössische Jagdbanngebiet Graue Hörner betreten. 1911 wurden nach dem Ausrotten der Steinböcke im Jahr 1809 in den westlichen Abhängen des Lavtinatales erstmals wieder frei lebende Steinböcke in der Schweiz ausgesetzt und die erste schweizerische Steinbockkolonie gegründet.

Vor dem Eintritt in den Talkessel von Batöni kann in den, in den Fels gehauenen Aufschlüssen am linken Wegrand ein Wechsel von massigeren Kalkbänken und verschieferten, mergeligen Gesteinsschichten erkannt werden. Die Gesteinslagen sind leicht verfaltet. Gut erkennbar ist, dass die Schieferung, welche vor allem in den weicheren, tonigeren Gesteinen (entstand während der Alpenfaltung) nicht parallel zur Schichtung (entstand bei der Ablagerung der Gesteinsschichten) steht.

Im Talkessel von Batöni vereinigt sich das Wasser von vier Seitenbächen, welches an vier Wasserfällen über die Steilstufen stürzt. Die „Wasserfallarena“ von Batöni ist eines der eindrücklichsten Geotope im Weisstannental. Beim Betrachten der Bachgerölle fällt auf, dass einzig der aus der Oberlavtina stammende Lavtinabach Verrucanogerölle mitführt. Ein Indiz, dass die Glarner Hauptüberschiebung nur in dessen Einzugsgebiet, aber nicht im Einzugsgebiet der südlichen Seitenbäche Piltischinabach, Sässbach und Muttenbach aufgeschlossen ist.

Beim Blick vom Punkt 1813 (Säss) auf der Alp Valtüsch auf den Stafinellagrat fallen in der Gipfelpartie die Felszacken über den grasbewachsenen Flyschplanggen auf. Die Gipfelpartie besteht aus dem viel älteren Verrucano, so dass wir erneut die Glarner Hauptüberschiebung erkennen können. Wenn die Seez und der frühere Seezgletscher nicht das Weisstannental geschaffen hätten, könnte die Fläche der Hauptüberschiebung vom Jägerikopf nach Westen mit den Aufschlüssen von Galans verbunden werden. Dabei fällt auf, dass die Hauptüberschiebungsfläche vom Jägerikopf (ca. 2250 m ü. M.) auch nach Westen (Obersiez ca. 1750 m ü. M.) abtaucht. Auch am Pässchen bei Punkt 2357 am Stafinellagrat fehlt der Verrucano. Somit ist der Verrucano am westlichen Teil des Stafinellagrates isoliert. Geologisch werden solche isolierte Deckenreste Klippen genannt.

Auf der Alp Valtüsch werden einfache Übernachtungsmöglichkeiten mit einer gastfreundlichen Bewirtung durch die Alphirten angeboten. Diese sind während den Tagen mit dem Hüten des Viehs beschäftigt und kehren oft erst gegen Abend zur Hütte zurück.

Vom Valtüscher Säss führt der Weg Richtung Heidelpass zunächst über die Schwemm- und Lawinenkegel, später über die Gehängeschutthalden. Im Bereich Seezberge beinhaltet der Flysch viele harte, oft rostig anwitternde Quarzitbänke. Stellenweise können einzelne Komponenten oder Trümmerlagen von granitischen Gesteinen beobachtet werden. Diese Flyschpartien werden „Sardona-Flysch“, die tonig-mergeligen Partien mit Nummulitenkalk, welche beispielsweise die Flanken des Lavtinatals aufbauen, „Blattengrat-Flysch“ genannt.

Die Flyschentstehung ist komplex und steht im Zeichen der sich auftürmenden Alpen. Durch den Schub von Süden werden immer weiter nördlich liegende Teile von der Alpenfaltung erfasst. Noch existiert ein Restmeer. In dessen Küstenbereich wird der Blattengrat-Flysch abgelagert (im Riffbereich der Nummulitenkalk, weiter gegen das nach Süden tiefer werdende Meer die tonig-mergeligen Serien). In den noch südlicheren (tieferen) Bereichen entstehen die Serien des Sardona-Flysch, welche schon bald von den herannahenden Decken überfahren und ihrerseits auf den Blattengrat-Flysch geschoben werden. Der Sardona-Flysch, welcher teilweise gleichzeitig mit dem Blattengrat-Flysch entstand, wurde von Süden her mitgerissen und auf den Blattengrat-Flysch geschoben. Daher liegt der Sardonaflysch heute oft über dem Blattengrat-Flysch. Die Flyschgesteine wurden stark verfaltet, zerrissen und überschoben, so dass die einzelnen Schichten nur selten über grössere Distanzen verfolgt werden können und die Suche nach einer einfachen Systematik meist erfolglos bleibt.

Wenige Meter westlich des Heidelpasses können im Flysch einige im Gestein eingebettete Granitstücke beobachtet werden und dies, obwohl heute in einem grossen Umkreis keine Granitaufschlüsse vorhanden sind.

Am Weg Richtung Plattensee liegen viele Trümmer aus den sehr harten, rostig anwitternden, weisslich-grauen Sardonaquarziten, welche oft Klüfte mit schönen Quarzkriställchen von mehreren Millimetern bis wenigen Zentimetern Länge enthalten.

Der Weg vom Heidelpass (2388 m ü. M.) führt über den Heubützlipass zur Sardonahütte SAC (2158 m ü. M.). Auf diesem Weg kann die scharfe Linie der Glarner Hauptüberschiebung zwischen dem Ringelspitz (unter dem Gletscher) und dem Tristelhorn, am Piz Dolf (oder Trinserhorn) sowie zwischen dem Piz Segnes und dem Piz Sardona beobachtet werden. Im Gebiet der Ringelkette erreicht die Fläche der Glarner Hauptüberschiebung auf über 3100 m ü. M. ihren höchsten Punkt: Richtung Norden (Pizolgebiet) und Richtung Süden (Vorderrhein) fällt sie mit zunehmender Entfernung von der Kulmination steiler ein (bis gegen 30°).

Vom Heidelpass führt (als Variante zum GeoPark-Höhenweg) ein markierter Wanderweg zur Walsersiedlung St. Martin am Stausee Gigerwald, wo Unterkunft/Verpflegung angeboten wird und welche mit dem Personenwagen erreichbar ist. Im Sommer fährt das Postauto von Bad Ragaz über Vättis bis auf die Staumauer des Stausees Gigerwald. St. Martin ist auch von der Sardonahütte SAC über die Alp Sardona (Verpflegungsmöglichkeit) zu Fuss erreichbar.

Attraktive Besucherorte sind das Drachenlochmuseum in Vättis und die Taminaschlucht im Alten Bad Pfäfers (erreichbar von Bad Ragaz).