Route E1: Sardonahütte SAC – Alp Foo (Wanderzeit ca. Std.)

Ort

Zeit-bedarf

Attraktion / Ziel

Varianten

(Zu- oder Weggang zur Hauptroute)

Bemerkungen



Sardonahütte (9)

1½ Std.

Heubützlipass

Siehe Route D

Siehe Route D

Heubützlipass

1¼ Std.

Alphütte Foo å ä H (10)

Walabütz  – Vorsiez å ä H (7a) - Weisstannen å ä H (7)

Siehe ebenfalls Route D

In der flach einfallenden Morgensonne können von der Sardonahütte SAC auf den Schwemmebenen der Alpen Sardona und Ebni unzählige alte, trockene Wildbachläufe erkannt werden. Die Schwemmebenen ihrerseits werden im Stirnbereich jedoch durch die Tamina bereits wieder abgetragen.

Auf der Alp Sardona (Lokalität Rathausboden) wie auch an vielen weiteren Stellen im Calfeisen- und im Weisstannental hausten im Mittelalter die freien Walser. Die letzte Familie verliess das Tal erst in der Mitte des 17. Jahrhunderts!

Beim Überqueren der Bäche am Ostabhang des Piz Sardona fallen grobe, lauchgrüne Verrucanotrümmer (Sernifite) mit bis mehreren Zentimeter grossen, hellen, eckigen bis kantengerundeten Quarz- und Feldspatkomponenten sowie einige gelblich anwitternde, hellgraue Kalkbrocken auf. In Sardonagebiet sind die unteren Lagen des Verrucano lauch- bis dunkelgrün und grobkörnig ausgebildet. Bei den gelblichen Kalkbrocken handelt es sich um Lochseitenkalk, also um die Gesteine, welche während der Hauptüberschiebung als Gleithorizont dienten und ausgewalzt wurden.

Bevor nach der Hinter Chrazeri der kleine Aufstieg zum Heubützlipass in Angriff genommen wird, lassen wir den Blick nochmals zum Sardonagletscher und zum Chli Gletscher schweifen. Junge Moränenwälle zeigen an, dass die Gletscher noch vor 150 Jahren bedeutend mächtiger und länger waren. Wenn die Klimaerwärmung weiterhin andauert, sind wohl die Jahre auch dieser Gletscher gezählt.

Beim Blick Richtung Ringelspitz können unter der Hauptüberschiebung auch massige Kalkwände erkannt werden. Im Bereich des Stausees Gigerwald wölben sich alle Gesteinsschichten. Die Tamina hat sich im Bereich dieser Wölbung fast 2000 Meter tief eingeschnitten und so ständig ältere Gesteine freigelegt. Zwischen Gigerwald und Vättis hat sich die Tamina gar in die Urgesteine des Aarmassivs abgetieft, welche weiter im Osten nicht mehr aufgeschlossen sind und auch im Westen erst am Limmernstausee wieder entdeckt werden können. Rund um Vättis werden die Urgesteine also von jüngeren Gesteinen überlagert – man kann also aus der Vogelschau die Urgesteine zwischen den jüngeren Schichten erkennen. Daher sprechen die Geologinnen und Geologen vom Vättner Fenster.

Vom Heubützlipass können am Nordabhang die malerischen Talkessel von Ober und Unter Heubützli erkannt werden. Die Gletscher haben die weicheren, schieferigen Partien tiefer ausgehobelt als die harten Nummulitenkalke, welche die Felsriegel bilden. So entstanden kleine Seen, welche verlandeten. Dies führte - beispielsweise auf Ober Heubützli - zu schönen Moorlandschaften.

Nach der Muetertalerfurggel fällt der Blick Richtung Foopass. Auch hier ist die Fläche der Glarner Hauptüberschiebung zwischen der Gross Schibe und dem Foostock unterbrochen. Dieses Faktum benutzten einige Geologen in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts – zu einer Zeit, wo so grosse Überschiebungen wie die Glarner Hauptüberschiebung noch unvorstellbar waren – dazu, zwei kleinere Falten (je eine von Süden und von Norden) am Foopass stirnen zu lassen. Die beiden Faltenstirnen dieser sogenannten Glarner Doppelfalte wurde also genau an jene Lokalität (Foopass) gelegt, wo die Beobachtung wegen der fehlenden Aufschlüsse nicht möglich ist.

Von der Alp Foo kann über die Alpen Walabütz, Vorsiez und Chloster das Dorf Weisstannen (Postautohaltestelle) erreicht werden.


Route E2: Alp Foo – Elm (Wanderzeit ca. Std.)

Ort

Zeit-bedarf

Attraktion / Ziel

Varianten

(Zu- oder Weggang zur Hauptroute)

Bemerkungen

Alphütte Foo (10)

1 Std.

Foopass

- Hauptüberschieb. Foostock

 - Doppelfalte

 

 

Foopass

2 Std.

Tüniberg

- Bergsturz Elm

 

 

Tüniberg

15 Min.

Elmå ä H  (11)

- Martinsloch

 

Museum

Schiefer-tafelfabrik

Auf dem Weg zum Foopass ist in der Südwand des Foostocks zwischen den dunklen braungrauen Flyschgesteinen und den darüber liegenden dunkelgrünlich-grauen Verrucanogesteinen unter der Glarner Hauptüberschiebung die mächtige Linse von hellem Lochseitenkalk gut erkennbar. Eine Datierung der ältesten leicht uranhaltigen Verrucanogesteine (wenig über der Hauptüberschiebung) ergab ein Alter der Gesteine von fast 300 Millionen Jahren.

Vom Foopass kann die Glarner Hauptüberschiebung zwischen den Verrucanoklippen Ruchi, Hausstock und Mättlenstöck und dem Kärpfgebiet verfolgt werden. Da die Hauptüberschiebung nicht nur nach Norden, sondern auch nach Westen einfällt, erscheint sie wegen des unregelmässigen, dreidimensionalen Refliefs nicht immer als schön gebogene, zusammenhängende Linie. Trotzdem kann nach deren Kulmination im Bereich des Ruchi (ca. 3050 m ü. M.) das immer steiler werdende Einfallen Richtung an Hausstock (ca. 2950 m ü. M.) und Mättlenstöck (ca. 2800 m ü. M.) sowie in der Ostflanke des Kärpfgebietes (Gross Kärpf 2200 m ü. M., Blistöck 2100 m ü. M., Karrenstock 1800 m ü. M., Sernf [zwischen Lochsite und Engi] ca. 600 m ü. M.) gut beobachtet werden. Die Hauptüberschiebung fällt ebenfalls nach Westen: Sazmartinshorn ca. 2950 m ü. M., Foopass ca. 2500 m ü. M., Karrenstock 1800 m ü. M., östlich Diesbach ca. 1300 m ü. M.

Vom Foopass führt der Weg über die Alp Ramin. Im Bereich Ramin-Eggboden-Tüniberg kann der Verlauf der Glarner Hauptüberschiebung zwischen Piz Sardona, Piz Segnes und den Tschingelhörnern beobachtet werden.

Gegenüber dem Tüniberg liegt der Elmer Plattenberg, wo am 11. September 1881 ein durch die Bergbautätigkeit verursachter Bergsturz über hundert Menschen unter sich begrub und Elm in eine schwere Notlage brachte. Rund 10 bis 11 Millionen Kubikmeter Fels stürzten zu Tal, prallten an den Gegenhang und strömten wie auf einem Luftkissen über den unteren Dorfteil von Elm hinweg.

Weitere Informationen zur Schiefergewinnung und zum Elmer Bergsturz (Fotos und Modelle) können in der Schiefertafelfabrik (Besucherführungen) besichtigt werden. Die Schiefertafelfabrik ist ein einzigartig, erhalten gebliebenes Industriedenkmal: In über 30 Arbeitsprozessen wird an den originalen Werkzeugen die Herstellung von Schiefertafeln (Schultafeln, Jasstafeln) vorgestellt.

Wenn schliesslich am Abend beim gemütlichen Nachtessen der Blick zurück auf die Tschingelhörner schweift, ist im hellen Lochseitenkalk (es ist die gleiche Linse wie am Foostock) ein Loch, das sogenannte Martinsloch erkennbar. Es gehört zu den unvergesslichen Naturerlebnissen, wenn zwei Mal im Jahr die Sonnenstrahlen durch das 20 Meter grosse Martinsloch die Kirche von Elm treffen.

Wer die Tour noch nicht abbrechen möchte, kann die Glarner Hauptüberschiebung über den Segnespass bis nach Flims weiterverfolgen (Siehe Route F).